Jürgen Trittin

Mitglied des Bundestags
DIE GRÜNEN

Alles Gute zum Jubiläum!

Mit 40 Jahren ist das Öko-Institut noch lange nicht in die Jahre gekommen. Im Gegenteil, für die besten Jahre ist zum Glück noch etwas Zeit. Aber mit 40 Jahren ist das Institut immerhin gut 4 Jahre älter als die Grünen. Und die meiste Zeit sind wir nicht ohne Grund diesen Weg gemeinsam gegangen.

Das Öko-Institut hat die politische Arbeit der grünen Partei in vieler Hinsicht erst möglich gemacht. Es hat Skeptikern mit wissenschaftlicher Expertise den Wind aus den Segeln genommen und der Politik immer wieder Beine gemacht. Der Ruhm für die Prägung eines neuen Wortes, das in die internationalen Wörterbücher eingegangen ist, gebührt dem Öko-Institut: Energiewende ist ein Begriff, der weltweit für Mut und Zukunft steht. Gemeinsam konnten wir durch ein mutiges Voranschreiten eine globale Energiewende initiieren, die nicht mehr aufzuhalten ist.

Als wir Grüne 1998 an die Regierung kamen, hatte die Anti-Atom-Bewegung endlich einen Anwalt in der Exekutive. Für uns war der Ausstieg aus der Atomstromerzeugung immer gleichzeitig ein Einstieg in die Erneuerbaren Energien. Als wir im Jahr 2000 das Erneuerbare-Energien-Gesetz verabschiedet haben, wurden wir belächelt. Denn unser Ziel war ein Fünftel Erneuerbare Energien im Stromsektor bis zum Jahr 2020. Heute kommt schon gut ein Drittel aus sauberen Energien. In Deutschland wurden in den letzten Jahren Milliarden Euro jährlich in neue Stromerzeugungsanlagen investiert. Entstanden ist eine exportstarke Industrie, in der Hunderttausende Menschen arbeiteten, in Europa sind es über eine Million. Das wichtigste Ergebnis aber war, dass die Erneuerbaren Energien so weltweit preiswert wurden. Durch die stürmische Entwicklung und die damit verbundene technologische Lernkurve sank der Preis.

Wir haben unsere ehrgeizigen Ziele übertroffen und die globale Energiewende mit eingeläutet – oft gegen die Interessen mächtiger Wirtschaftsverbände und gegen Klimaskeptiker und Fortschrittsbremser.

Dank auch der Arbeit des Öko-Instituts hatten wir immer die besseren Argumente. Und in einer Zeit, in der ein amerikanischer Präsident den Klimawandel für eine Erfindung der Chinesen hält und der amerikanischen Umweltbehörde und der Öko-Wissenschaftsszene versucht, die Gelder zu streichen, bleibt eines gewiss – es gibt noch viel zu tun!

In diesem Sinne: keine Atempause, Geschichte wird gemacht!

 

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