Dr. Frank Mastiaux

Vorsitzender des Vorstands der EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Im Namen der EnBW Energie Baden-Württemberg AG und ihrer Mitarbeiter gratuliere ich Ihnen herzlich zu Ihrem 40-jährigen Jubiläum.

Noch vor wenigen Jahren wäre ein Gratulationsschreiben von einem Unternehmen wie der EnBW, das bei seiner Neuausrichtung auf Basis der Energiewende auf absehbare Zeit noch Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke betreibt, womöglich als vergiftetes Lob angesehen worden.

Inzwischen sind jedoch Ideen und Ideale des Öko-Instituts im unternehmerischen Handeln der EnBW nichts Ungewöhnliches mehr. Während in den 1970er und 80er Jahren kaum einer etwas mit dem Begriff der Nachhaltigkeit anfangen konnte, sind nachhaltige Ansätze bei der Nutzung natürlicher Ressourcen und ein umfangreicher Dialog mit den Stakeholdern des Unternehmens heutzutage unser täglich Brot. Die Berührungspunkte zwischen EnBW und Öko-Institut reichen dabei von sehr technischen Unterfangen wie der Begutachtung von Umweltverträglichkeitsuntersuchungen im Rahmen kerntechnischer Genehmigungsverfahren bis hin zu Diskussionen über aktuelle energiepolitische Fragestellungen im Rahmen der Debattenabende der Stiftung Energie & Klimaschutz.

Natürlich teilen wir nicht immer gemeinsame Meinungen und Ansichten. Anerkennend seien an dieser Stelle aber drei Punkte genannt, die das Öko-Institut aus unserer Sicht positiv auszeichnen:

  1. Das Öko-Institut traut sich unbequeme Wahrheiten anzusprechen. In Erinnerung bleibt hier eine Studie zu Klimaschutzszenarien 2050, in der argumentiert wird, dass für eine signifikante Reduzierung der Treibhausgasemissionen Verhaltensänderungen der Menschen, beispielsweise durch eine Reduzierung des Fleischkonsums oder eine stärkere Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, unverzichtbar sind.
  2. Das Öko-Institut packt Themen und Projekte an, die von der vermeintlich eigenen Klientel sehr negativ gesehen werden, bei denen Berührungspunkte mit Wirtschaft aber sehr sinnvoll sind: An dieser Stelle seien beispielhaft die Gutachtertätigkeiten im Rahmen kerntechnischer Verfahren genannt. Nicht nur einmal mussten dabei Mitarbeiter des Instituts ihre Analysen und Ergebnisse bei öffentlichen Terminen vor erhitzten Gemütern im Publikum verteidigen.
  3. Das Öko-Institut treibt die öffentliche Debatten voran: die Studien des Instituts finden ein ums andere Mal Gehör in der Öffentlichkeit und setzen Diskussionen in Gang. Dies sorgt dafür, dass auch wir uns zwangsläufig intensiv mit anderen Meinungen auseinandersetzen müssen, was im positiven Sinne das Denken und die eigene Argumentation schärft.

Die wissenschaftlich fundierte Aufarbeitung energie- und umweltpolitischer Fragen und der Mut, auch brisante Themen anzufassen, sind ein hervorragendes Rüstzeug für die Zukunft. Eine Zukunft als Treiber der Energiewende und manchmal auch unangenehmer Gesprächspartner. Wir freuen uns auf einen weiterhin konstruktiven Austausch.

 

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