„Der Exportweltmeister sollte mehr Verantwortung für das übernehmen, was er in der Welt tut!“

Deutschland ist Exportweltmeister. Aber welche Auswirkungen hat das Handeln deutscher Unternehmen auf Menschen und Umwelt im Ausland? Mit dieser Frage befasst sich das Spendenprojekt 2016 des Öko-Instituts „Umweltschutz wahrt Menschenrechte! Deutsche Unternehmen in der globalen Verantwortung“. Ein größeres Engagement deutscher Firmen bei diesen Themen auch im Ausland wäre aus meiner Sicht ein wichtiger und wünschenswerter Beitrag für mehr globale Gerechtigkeit und den Schutz der Umwelt.

Denn während Unternehmen hier zu Lande vergleichsweise hohe rechtliche Vorgaben erfüllen müssen, ist dies anderswo häufig nicht der Fall. Dort wo weniger strenge Gesetze gelten, dürfen beispielweise in Deutschland verbotene Produkte, wie unter anderem bestimmte Pestizide, noch verkauft werden. Die Unternehmen vertreiben diese zudem in einigen Fällen ohne entsprechende Warnhinweise oder geeignete Gebrauchsanweisungen. Auch in den Lieferketten und bei der Entsorgung werden zum Teil gravierende Umweltbelastungen und Menschenrechtsverletzungen zumindest billigend in Kauf genommen.

Mit dem Spendenprojekt möchte das Öko-Institut Vorschläge für einen besseren Schutz von Umwelt und Menschenrechten durch deutsche Unternehmen entlang der gesamten globalen Wertschöpfungskette erarbeiten. Dafür werden anhand von drei Fallbeispielen – Kupferbergbau in Peru, Abwrackung von Schiffen in Bangladesch und Vertrieb von in Deutschland nicht zugelassenen Pestiziden – Anforderungen an Politik und Wirtschaft formuliert.

Dazu gehören die Schließung gesetzlicher Lücken und Kriterien für die Erfüllung unternehmerischer Sorgfaltspflichten. Unsere Empfehlungen bringen wir bei der Überarbeitung des Nationalen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte der Bundesregierung ein. Mein Wunsch ist, dass wir hier zukünftig weniger auf das freiwillige Engagement einzelner Unternehmen angewiesen sind. Das ist wichtig und richtig, aber nicht verbindlich und damit nicht umfassend, wie eine Vielzahl aktueller Fälle zeigt.

Dr. Nele Kampffmeyer arbeitet in Berlin im Bereich Umweltrecht & Governance mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeitsgovernance, Green Economy, Urbane Nachhaltigkeit und CSR.

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