Dr. Volker Kienzlen

Geschäftsführer der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg

Alles Gute zum Geburtstag, liebes Öko-Institut, und ein weiterhin gesundes Wachsen und Gedeihen!

Was ich mir zum Geburtstag Ihres Instituts wünsche? Das wichtigste erscheint mir, dass wir baldmöglichst einen adäquaten Preis für den Ausstoß von CO2 zu bezahlen haben. Der europäische Emissionshandel erfüllt die hohen Erwartungen wegen zu niedriger Preise derzeit leider nicht.

Andere Länder wie die Schweiz oder Dänemark schaffen es, die politischen Rahmenbedingungen so zu setzen, dass die Nutzung fossiler Energien zurückgedrängt wird. Da müssen wir hin!

Egal welche Farbkonstellation sich im Herbst durchsetzen wird: ohne eine adäquate Besteuerung auf Co2 wird es eng. Gegen die derzeit niedrigen fossilen Energiepreise anzufördern ist ein vergebliches Unterfangen.

In Schritten von heute 20 €/t möglichst bald auf 50 € zu kommen um bis 2030 zumindest 100 € erreicht zu haben wäre schön. Langfristige Planbarkeit ist ja auch etwas, das die Industrie regelmäßig fordert.

Parallel dazu wünsche ich mir, dass im Verkehrsbereich eine progressive Besteuerung eingeführt wird, wie wir das bei der Einkommensbesteuerung bereits seit langem akzeptieren: Ein PKW mit 2,5 t und einem realen Verbrauch von 10 l Diesel muss richtig teuer werden!

Das passt den Automobilherstellern im Südwesten sicher nicht, ich halte es aber gerade für diese Unternehmen für überlebensnotwendig, dass deren Produkte nachhaltiger werden. Kleine Schritte könnten die Abschaffung der Kilometerpauschale und die Änderung der Dienstwagenbesteuerung sein.

Ein weiterer kleiner Schritt betrifft die Zweitaktmotoren von Zweirädern. Hier ist die Elektromobilität marktreif, sodass die Emissionsgrenzwerte so verschärft werden sollten, dass end-of-pipe Technologien nicht mehr ausreichen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen viele schöne Geburtstagsgeschenke!

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